Nuklearmedizin

Untersuchungen


Schilddrüsendiagnostik
Knochenszintigraphie
Herzszintigraphie
Nierenfunktionsszintigraphie
Lungenventilations-/Perfusionsszintigraphie
Hirnszintigraphie (Parkinsondiagnostik)
Entzündungsszintigraphie
Knochenmarkszintigraphie
Weitere Untersuchungen

Nuklearmedizin - Was ist das?


Nuklearmedizin ist die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen mit radioaktiven Stoffen. Hierzu macht man sich die von diesen Stoffen ausgehende Gammastrahlung zunutze, die bei dem radioaktiven Zerfall von diesen ausgesendet werden. Diese radioaktiven Stoffe werden mit am natürlichen Stoffwechsel des Körpers beteiligten Sustanzen gekoppelt. So ist es möglich, Stoffwechselprozesse im Körper durch Messung der von diesen Substanzen ausgehenden Strahlung im Körper sichtbar zu machen.

Anders als bei Röntgenuntersuchungen, bei denen der Körper von außen mit Röntgenstrahlen durchleuchtet wird, sendet dieser bei nuklearmedizinischen Untersuchungen selbst Strahlung aus, die mit Gammakameras gemessen wird.

In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden in der Regel kurzlebige Radionuklide (meistens Technetium 99m), die ein günstiges Strahlenspektrum haben, verabreicht, meist als Spritze. Hierdurch und durch Ausscheidung durch den Patienten ist die Strahlenbelastung sehr gering. Die Menge der Substanzen ist so gering, dass der Patient keine Wirkungen oder Nebenwirkungen verspürt.

Die nuklearmedizinische Untersuchung nennt man Szintigraphie, zusätzlich können auch in der Nuklearmedizin Schichtaufnahmen angefertigt werden. Dies nennt sich SPECT. Hierzu drehen sich die Kameraköpfe einmal um den Patienten und messen die Strahlung aus unterschiedlichen Richtungen.

Schilddrüsendiagnostik

  • Ultraschall
  • Labordiagnostik (Schilddrüsenhormone, Antikörper, Tumormarker)
  • Feinnadelpunktion
Die Schilddrüse ist ein sehr kleines, aber wichtiges Organ und ist durch Bildung von Schilddrüsenhormonen an allen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Dadurch kann eine Funktionsstörung vielfältige Beschwerden machen. Auch kann es durch Vergrößerung (Kropfbildung) oder Knotenbildung zu Beschwerden im Halsbereich kommen.

Schilddrüsenerkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Laut neueren Studien leiden fast die Hälfte der Bevölkerung daran. Meistens handelt es sich um Kropfbildung mit oder ohne Knoten, die hauptsächlich auf den in Deutschland bestehenden Jodmangel zurückzuführen sind. Außerdem gibt es noch sogenannte Autoimmunerkrankungen, bei denen der Körper aus bisher noch nicht geklärten Gründen Antikörper gegen die Schilddrüse bildet, was dann zur Über- oder Unterfunktion führen kann. In ganz seltenen Fällen gibt es auch Schilddrüsenkrebs. Hier ist eine jodmangelbedingte und eine erbliche Komponente bekannt.

Die Schilddrüsendiagnostik umfasst zum einen die Ultrasschalluntersuchung, mit der Größe, Knotenbildung oder auch Gewebeveränderungen festgestellt werden, zum anderen die Untersuchung der Funktion mittels Schilddrüsenszintigraphie und Bestimmung der freien Schilddrüsenhormone (fT3, fT4, TSH) im Blut.

Außerdem werden noch bestimmte Antikörper im Blut bestimmt (Anti-TPO, TAK, TRAK) die gegen die Schilddrüsen gerichtet sind bei Nachweis den Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung liefern.

Bei Knotenbildungen ist in der Regel ein Schilddrüsenszintigramm erforderlich, um zu überprüfen, ob es sich um kalte oder warme Knoten handelt. Kalte Knoten haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, bösartig zu sein, während warme Knoten zur Schilddrüsenüberfunktion führen können. Daher sind bei Knotenbildungen grundsätzlich regelmäßige Kontrollen erforderlich, bei Wachstum auch eine weitere Abklärung - zunächst meist mittels Feinnadelpunktion. Hierzu werden mit einer Nadel einige Zellen entnommen und untersucht, ob diese bösartig sind.

Die Behandlung bei Schilddrüsenerkrankungen erfolgt in der Regel medikamentös durch Einsatz von Schilddrüsenhormonen (meist L-Thyroxin), Iod oder auch schilddrüsendämpfenden Medikamenten (sog. Thyreostatika, bei Überfunktion), bei Verdacht auf Bösartigkeit oder deutlichen Beschwerden im Halsbereich durch Kropfbildung auch Operation.

Untersuchungsvorbereitung:

Es ist keinerlei Vorbereitung erforderlich

Knochenszintigraphie


Sie dient der Untersuchung von krankhaften Veränderungen der Knochen und Gelenke mit Darstellung des Knochenstoffwechsels, insbesondere können so degenerative Erkrankungen der Gelenke, Entzündungen, Knochenbrüche oder aber auch in der Nachsorge von Tumorerkrankungen Knochenmetastasen nachgewiesen werden.

Hierzu wird ein knochenstoffwechselaktiver Marker (Phosphonat, bei uns HDP) an das Radionuklid Technetium99m gebunden in die Vene eingespritzt. Erst nach ca. 2-3 Stunden hat sich die Substanz im Knochen angereichert, weshalb auch erst dann die Aufnahmen angefertigt werden können.

Wenn auffällige Anreicherungen nicht sicher einem bestimmten Knochen oder Gelenk zugeordnet werden können, kann eine SPECT (Schichtuntersuchung) zusätzlich erforderlich sein.

Mehrphasenszintigraphie


Prinzipiell gleiche Untersuchung wie die Knochenszintigraphie, nur fertigt man zusätzlich Aufnahmen unmittelbar nach Injektion des Radiopharmakons an.

Insbesondere dienen die frühen Aufnahmen dem Nachweis oder Ausschluss von Gelenk- oder Knochenentzündungen oder z.B. einer Gelenkprothesenlockerung.

Herzszintigraphie


Die Untersuchung wird durchgeführt bei Patienten mit unklaren Brustschmerzen, auffälligen EKG-Veränderungen, Herzrhythmusstörungen oder nach Herzinfarkt sowie nach Bypassoperation. Die Herzszintigraphie ist eine sehr gute und im Vergleich zum Herzkathehter nicht-invasive Methode zum Nachweis oder Ausschluß relevanter Durchblutungsstörungen bei der koronaren Herzkrankheit oder auch zum Nachweis von Narbenbildungen des Herzmuskels nach Herzinfarkt sowie sogenannter Teilschichtschäden, bei der nicht die gesamte Herzwand betroffen ist. Im Gegensatz zum Herzkathether werden auch Durchblutungsstörungen aufgrund von Veränderungen der winzigsten Arterien nachgewiesen (z.B. bei Diabetes mellitus) und die Risiken einer invasiven Herzkatheteruntersuchung werden vermieden.

Die Herzszintigraphie wird grundsätzlich als Schichtuntersuchung (Myokard-SPECT) durchgeführt und ist eine Messung der Herzdurchblutung.

Hierzu wird ein spezieller Durchblutungs-Marker (Technetium 99m –Mibi) in die Vene eingespritzt, ca 30-60 min später werden die Aufnahmen an der Kamera angefertigt. Wir untersuchen grundsätzlich unter der Kamera mit EKG (sog. Gating mit EKG-Triggerung), was auch neben der Durchblutung noch Aussagen über Funktionsstörungen (Wandbewegungsstörungen des Herzmuskels, Herzleistung (endsystolisches und enddiastolisches Volumen, Auswurffraktion) und Wanddicke des linken Ventrikels zulässt.

Die Untersuchung beruht auf den Vergleich der Herzdurchblutung unter maximaler Belastung mit der unter Ruhebedingungen, d.h. es sind zwei Untersuchungstermine erforderlich. Dies wird in der Regel an zwei Untersuchungstagen durchgeführt, kann jedoch auch an einem Tag erfolgen.

Die Herzbelastung wird entweder mit dem Fahradergometer wie ein Belastungs-EKG oder aber auch, falls dies nicht möglich ist, mit medikamentöser Belastung (Adenosin oder Dipyridamol) durchgeführt und zum Schluß der Belastung wird das Radiopharmakon in die Vene eingespritzt.

Untersuchungsvorbereitung:

nüchtern ohne Medikamente am Untersuchungstag (Herz- oder Bluthochdruckmedikamente), ß-Blocker sollten schon 3 Tage vorher abgesetzt werden.

Außerdem sollte der Patient direkt nach der Injektion eine fetthaltige Malzeit (z.B. Schokolade, Milch) zu sich nehmen und etwas trinken, da die Substanz auch z.T. über Leber und Darm ausgeschieden wird und so die Aufnahmen besser werden.

Nierenfunktionsszintigraphie


Die Nierenfunktionsszintigraphie dient der Messung der seitengetrennten Funktion und der Clearancebestimmung. Sie wird durchgeführt mit einem an Technetium 99m gekoppelten Substanz, die ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird (Die Substanz nennt sich MAG3, Ausscheiddung über tubuläre Exkretion). Sie wird als Sequenzszintigraphie über einen Zeitraum von 30 min durchgeführt. Zwei mal wird während der Untersuchung Blut abgenommen, um zu bestimmen, wie hoch die Konzentration der Substanz im Blut ist. Daraus und aus dem Abfall der Radioaktivität im Körper lässt sich sehr genau nach unterschiedlichen Berechnungsmodellen die Clearance für MAG3 bestimmen, d.h. das Volumen an Blut, das pro Minute von der Niere „gereinigt“ wird. Man führt Messungen über die Nieren durch und kann damit sogenannte Zeitaktivitätskurven erstellen, die zum einen über die Nierenfunktion weitere Aussagen liefern, zum anderen aber auch Hinweise auf Harnabfluss-behinderungen liefern. Die Untersuchung kann bei Niereninsuffizienz mit Serumkreat

Lasix-Test


Der Lasix-Test ist ein zweiter Untersuchungsgang bei Verdacht auf Harnabflussbehinderung. Hierzu wird eine weitere Messung nach i.v.-Applikation einer harntreibenden Substanz (Furosemid 20 mg, bei Kindern entsprechend weniger) über 15 min durchgeführt.

Der Lasix-Test kann bei Niereninsuffizienz mit Serumkreatininwerten über 2,2 mg nicht mehr aussagekräftig durchgeführt werden.

Captopril-Test


Dies ist eine Untersuchung, die zum Nachweis oder Ausschluß der Relevanz einer Nierenarterienstenose dient. Nierenarterienstenosen können Ursache für einen vorhandenen Bluthochdruck sein. Die Durchführung ist exakt die gleiche wie die Nierenfunktionsszintigraphie, nur bekommt der Patient 1 Stunde vor der Untersuchung einen sog. ACE-Hemmer (eine Tablette Captopril 25 mg). Bei auffälligem Befund ist dann zur Sicherung der Diagnose noch ein weiterer Untersuchungstermin ohne dieses Medikament erforderlich.

Die Untersuchung eignet sich zur Abklärung eines Bluthochdrucks oder auch bei bekannter Nierenarterienstenose zur Beurteilung, inwieweit diese für den Bluthochdruck verantwortlich ist.

Untersuchungsvorbereitung:

Vor der Untersuchung sollte der Patient ca. einen Liter trinken. Bestimmte Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer) sollten am Untersuchungstag nicht eingenommen werden. Vor der Untersuchung sollte die Blase noch einmal entleert werden. Weitere Vorbereitung ist nicht erforderlich.

Statische Nierenszintigraphie


Diese Untersuchung dient der Bestimmung der Seitengetrennten Funktion und/oder dem Nachweis von Narben in der Niere. Sie wird bei der Funktionsbeurteilung dann eingesetzt, wenn keine ausreichende Nierenfunktion mehr vorhanden ist (Niereninsuffizienz). Radioaktiver Tracer ist 99mTc-DMSA (Dimercaptobernsteinsäure)

Durchführung:

Es werden planare Aufnahmen und SPECT-Aufnahmen 4 Stunden nach i.v.-Injektion angefertigt

Untersuchungsvorbereitung:

nicht erforderlich

Lungenventilations-/Perfusionsszintigraphie


Die Untersuchung dient dem Nachweis von Lungenembolien und/oder Ventilationsstörungen.

Zunächst durchführen des Ventilationsszintigramms mit einem 99mTc-markiertem Technegas. Dies sind radioaktiv markierte Nanopartikel, die sich in der Lunge deponieren, oder zum Beispiel auch an Stellen mit Obstruktion. Anschließende Anfertigung von planaren und SPECT-Aufnahmen.

Anschließend i.v. Injektion eines Tc99m-markierten Nanokolloids und weitere SPECT-Aufnahmen. Die injizierten Partikel führen zu reversiblen Embolien der kleinsten Arterien. Bei Lungenemblie ist ein ganzes Areal ohne Speicherung. In der Regel vergleicht man die Ventilations- mit der Perfusionsstudie.

Hirnszintigraphie


Die Hirnszintigraphie ist ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von nuklearmedizinischen Hirnuntersuchungen, die zum einen die Durchblutung, den Zuckerstoffwechsel oder aber auch Hirnfunktionen untersuchen, zum einen an Gammakameras, zum anderen als Positronenemissionstomographie durchgeführt

Cerebrale Perfusions-SPECT

Diese Untersuchung dient der Bestimmung der Hirndurchblutung. Sog. Flussmarker ist 123Iod-HMPAO. Die Untersuchung dauert ca. 45 min unter der Gammakamera. Die Substanz ist fettlöslich und wird über die intakte Blut-Hirn-Schranke aufgenommen.

Untersuchungsvorbereitung und Durchführung:

Die Substanz muß speziell bestellt werden und ist nach dem Ansetzen nur ½ Stunde haltbar! Zunächst Schilddrüsenblockade mit Irenat, da es sich um Iod als Radionuklid handelt. Der Patient muß absolut entspannt im dunkeln und unter absoluter Ruhe liegen (jede Hirnanregung verfälscht die Messung). Anschließende i.v.-Injektion, ca. 20 min später Aufnahmen.

Volumen-SPECT

Hierbei wird das Blutvolumen im Hirn und den Hirnhäuten gemessen. Radioaktiver Tracer ist 99mTc-Pyrophosphat

Perfusions- und Volumen-SPECT werden häufig in Kombination als Doppeluntersuchung durchgeführt. Die Volumen-SPECT dient der Erfassung der cerebralen Perfusionsreservekapazität

Prinzip ist, dass zuerst meist noch ein normaler Blutfluß vorliegt, während die Flussreserve bereits eingeschränkt ist. Dies führt zu einer Kompensation über ein erhöhtes Blutvolumen, später wenn dies auch nicht mehr ausreicht über eine erhöhte Sauerstoffextraktionsrate aus dem Blut. Normalerweise findet man bei der Perfusionsstudie eine erhöhte Anreicherung in der Hirnrinde, eine Einschränkung der Perfusionsreservekapazität in der Regel in Regionen mit Arterienverengungen.

18FDG-PET

Diese Untersuchung dient der Bestimmung des Hirnzuckerstoffwechsels.

Cerebrale Dopamintransporter-SPECT (DATSCAN)
Current virtual machine

Mit dieser Untersuchung misst man die Dopamintransporterdichte im Gehirn und insbesondere in den Stammganglien. Diese ist bei Morbus Parkinson, aber auch bei sog. Multisystematrophien vermindert. Die Untersuchung eignet sich daher im Gegensatz zu radiologischen Verfahren wie Computer- oder Kernspintomographie hervorragend zum Nachweis oder auch Ausschluß eines Morbus Parkinson, da hierbei immer die Dopamintranporter in unterschiedlichem Ausmaß vermindert sind.

Es handelt sich um eine hochsensitive Untersuchung. Die Substanz ist 123Iod-FP-Kit, ein Tropan-Derivat

Untersuchungsdurchführung:

Schilddrüsenblockade mit Irenat, i.v.Applikation von 185 MBq (=Aktivitätsmenge) und Anfertigung von SPECT-Aufnahmen ca. 3 Stunden nach Injektion.

Untersuchungsvorbereitung:

nicht erforderlich, insbesondere können auch Neuroleptika und L-Dopa-Präparate weiter eingenommen werden

IBZM-SPECT

Diese Untersuchung dient der Bestimmung der postsynaptischen Dopamin-D2-Rezeptordichte. Substanz ist 123Iod-IBZM (123Iod-(S)-2-hydroxy-3-iodo-6-methoxy -N-(1-ethyl-2-pyrolidonyl-methyl)benzamide. Die Substanz ist set 1989 in Europa erhältlich. Es ist eine Folgeuntersuchung der cerebralen Dopamintransporter-SPECT und nur dann sinnvoll durchzuführen, wenn das Ergebnis beim DATSCAN pathologisch ist. Ist diese Untersuchung unauffällig bei pathologischem DATSCAN, dann ist die Diagnose eines Morbus Parkinson gesichert, da hier nur die Dopamintransporter zugrunde gehen. Ist sie dagegen pathologisch, dann liegt eine Multisystematrophie vor. Hierunter werden eine ganze Reihe von neurodegenativen Erkrankungen zusammengefasst.

Untersuchungsdurchführung:

wie DATSCAN

Untersuchungsvorbereitung:

Eine ganze Reihe von Parkinsonmedikamenten und Neuroleptika verfälschen das Untersuchungsergebnis, indem sie direkt am Rezeptor mit dem IBZM konkurrieren und damit falsch pathologische Ergebnisse liefern. Sie müssen daher vorher abgesetzt werden, aufgrund der Medikamentenhalbwertszeiten manchmal sogar länger als 1 Woche. Eine weitere Vorbereitung ist nicht erforderlich.

Weitere Rezeptor-Untersuchungen:

Es gibt noch weitere Rezeptoruntersuchungen, die z.B. GABA-, Serotonin- oder andere Rezeptoren im Gehirn darstellen. Diese werden in der Regel als PET mit z.T. kurzlebigen Positronenstrahlern an speziellen Zentren durchgeführt und sind keine diagnostischen Routineuntersuchungen.

Entzündungsszintigraphie


Die Untersuchung dient dem Nachweis eines Entzündungsherdes im Körper. Radiopharmazeutika sind hier Leukozyten- bzw. Granulozytenantikörperfragmente, Radioisotop ist 99mTc (z.B. LeukoscanR).

Untersuchungsdurchführung:

Mehrere Stunden nach Injektion Anfertigung eines Ganzkörperszintigramms

Untersuchungsvorbereitung:

nicht erforderlich, jedoch sollten Antibiotika und Antiphlogistika vorher abgesetzt werden

Knochenmarkszintigraphie


Die Knochenmarkszintigraphie dient dem Nachweis von Knochenmarkerkrankungen und im Rahmen der Karzinomdiagnostik insbesondere auch dem Nachweis von Knochenmarkmetastasen oder in der Leukämiediagnostik.

Die Untersuchung kann auch in Ergänzung zum Knochenszintigramm durchgeführt werden. Eingesetzt werden heterologe Granulozytenantikörperfragmente.

Weitere Untersuchungen:

Octreotide-Rezeptor-Scan

Diese Untersuchung dient dem Nachweis Somatostatinrezeptor-positiver Tumoren wie Carzinoide und neuroendokriner Tumoren. Tracer ist 111-Indium-Octyotid als Somatostatin-Rezeptor-Ligand.

Untersuchungsdurchführung:

Es handelt sich um ein mittelenergetisches Radionuklid mit einer physikalischen Halbwertszeit von 72 Stunden. Planare und SPECT-Aufnahmen 4 und 24 Stunden nach i.v.-Applikation.

MIBG-Untersuchung

Es handelt sich ebenfalls um eine Tumor-SPECT, in der Regel zum Nachweis eines Phäöchromozytoms oder eines Neuroblastoms bzw. anderer neuroendokriner Tumoren. Tracer ist 123Iod-MIBG, was ähnlich wie Adrenalin und Noradrenalin in die chromaffinen Granula sympathoadrenaler Zellen aufgenommen wird. Physiologische Aufnahme in Nebennierenmark, aber auch z.B. sympathischer Nervenendigungen des Herzens. Leitbefund ist beim Phäochromozytom die asymmetrische Anreicherung in den Nebennieren. Für Phäochromozytom beträgt die Sensitivität 85-90%, die Spezifität >95%! Bei hochdifferenzierten Tumoren jedoch wie z.B. Ganglioneuroblastomen falsch negative Befunde. Die Substanz ist jedoch nicht unkompliziert und kann bei Injektion zu Blutdruckkrisen führen und besitzt Wechselwirkungen mit vielen anderen Medikamenten (Sympathomimetika, trizyklische Antidepressiva, Calciumantagonisten, u.a.).

Untersuchungsdurchführung:

Abführmaßnahmen und entblähende Medikation am Vortag (Dulcolax 0-0-2, Lefax 0-3-3), Schilddrüsenblockade mit Irenat, sehr langsame i.v.-Injektion und Aufnahmen 4 und 24 Stunden p.i.

Schilling-Test

Dies ist ein Vitamin B12-Resorptionstest. Der Patient erhält auf nüchternem Magen eine Kapsel mit radioaktiv markiertem Vitamin B12, Radionuklide sind 57Kobalt und 58Kobalt. Das Radioaktive Vitamin B12 wird aus der Bindung mit Transcolbalamin verdrängt und mit dem Urin ausgeschieden. Falls die Ausscheidung mit dem Urin vermindert ist, d.h. der Test pathologisch ist, ist ein 2. Untersuchungsgang erforderlich mit markiertem Intrinsic Faktor. Falls hierunter das Ergebnis unaufföällig ist, liegt ein Intrinsic-Faktor-Mangel vor, falls pathologisch, Resorptionsstörung.

Durchführung und Vorbereitung:

Pat. Nüchtern, unmittelbar nach Kapseleinnahme 24 Stunden Urin Sammeln.

SeHCAT-Test

Selen75-Homotaurocholsäuretest

Nachweis chologener Diarrhoe bzw. der Malabsorption von Gallensäuren.

Es folgen nach nüchterner Einnahme (mindestens 3 Std.) der Kapsel tägliche Messungen mit einem Ganzkörperzähler oder einer nichtkollimierten Gammakamera

Bei Nachweis eines Gallensäureverlustsyndroms kann eine Spezielle Therapie mit Cholestyramin eingeleitet werden

Sentinel-Darstellung

Sentinel nennt man den ersten Lymphknoten aus einem bestimmten Lymphabflussgebiet. Die Untersuchung dient in der Karzinombehandlung dem Nachweis oder Ausschluß einer Lymphogenen Metastasierung. Entscheidend ist hier die präoperative Darstellung.

Die Untersuchung dient lediglich der radioaktiven Markierung des Lymphknotens und der Lokalisation.

Breite Anwendung hat die Sentinel-Darstellung in der präoperativen Mammakarzinomchirurgie gefunden. Prinzip ist, dass der radioaktiv markierte Lymphknoten intraoperativ entfert mit nach Aufsuchen mittels Gammasonde, bei Tumorbefall Axilladissektion , bei Nichtbefall keine Axilladissektion. So kann einer Patientin u.U. die Lymphknotenausräumung und die damit verbundenen Folgen (Lymphödem) erspart bleiben.

Injiziert werden 99m-Tc- markierte Nanokolloide einen Tag oder wenige Stunden vor der OP, die lymphogen abtransportiert werden.

Radiosynoviorthese (RSO)

Die RSO ist eine Behandlungsmethode zur Behandlung von entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthritis, aktivierte Arthrose) mit sog. Betastrahlern. Dies sind Radionuklide, die ß-Strahlung aussenden. Diese haben die Eigenschaft, dass sie nur eine kurze Reichweite besitzen und im Gelenk die entzündliche Aktivität vermindern durch Zerstörung von Entzündungszellen und entzündlich veränderter Synovia (Gelenkschleimhaut). Je nach Größe des Gelenkes kommen verschiedene Radionuklide mit jeweils unterschiedlichen Reichweiten zum Einsatz: Rhenium186, Erbium, Samarium, Ytrium. Das entsprechende Radionuklid wird unter Röntgenkontrolle in das Gelenk injiziert. In den darauf folgenden 48 Stunden sollte das Gelenk nicht belastet werden. Der lindernde Effekt tritt bei über der Hälfte der behandelten Fälle ein und hält mehrere Wochen bis Monate, in manchen Fällen Jahre an.

Weitere

  • Onko-SPECT
  • Speicheldrüsenszintigraphie
  • Leberszintigraphie 

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